STB-Geschäftsführer Matthias Ranke (links), Sitzungsleiterin Sybille Hiller und der neue STB-Präsident Markus Frank.

Markus Frank als "Übergangs-Präsident" gewählt

Die erste digitale Mitgliederversammlung des Schwäbischen Turnerbunds ist erfolgreich verlaufen – Markus Frank als Präsident zum Vertreter von Wolfgang Drexler gewählt.

Der 35. Turntag des Schwäbischen Turnerbunds stand unter dem Motto: „Der STB nach Corona - wie sieht das "neue Normal" aus?“. Mehr als 200 Delegierte folgten der Einladung.

Neben der inhaltlichen Diskussion und Vorträgen standen auf der Tagesordnung auch Wahlen. Vorneweg die des Präsidenten. Zur Erinnerung: der bisherige Amtsinhaber Wolfgang Drexler befindet sich nach einem Schlaganfall in der Rehabilitation, daher war aktuell eine Neuwahl nötig. Die Delegierten sprachen dem bisherigen Vizepräsidenten Markus Frank das Vertrauen aus. „Ich bedanke mich sehr für die große Zustimmung. Ich werde die neue Aufgabe nun mit viel Herzblut angehen. Wichtig ist mir aber auch, dass ich so bald absehbar ist, ob und wann Wolfgang Drexler zurückkehren kann, ich mein Amt wieder zur Verfügung stellen werde und hoffe daher auf eine möglichst kurze Amtszeit von mir“, sagte der 53-Jährige aus Mulfingen.

Neu als STB-Vizepräsidenten gewählt wurden Sybille Hiller, Manfred Dobler und Jürgen Koch. Ausgeschieden sind Wolfgang Drexler sowie Iris Kümmerle und Karlheinz Rößler. (Hier geht es zum aktuellen STB-Präsidium)

Der prominenteste Gast der ersten digitalen Mitgliederversammlung des STB war Winfried Kretschmann. Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg stimmte die Teilnehmer auf das Turntags-Motto ein: „Vieles, was nun in der Pandemie erstmals erprobt wurde, kann auch für das neue Normal nach der Pandemie nützlich sein. Der Schwäbische Turnerbund, das sind vor allem die vielen Tausend Ehrenamtlichen in den Turngauen und im Verband, die alle mit ihrem Engagement dafür sorgen, dass ein Sportverein mehr ist als ein Fitnessstudio – nämlich eine Gemeinschaft. Wo Menschen aus den unterschiedlichsten Berufen, mit unterschiedlichster Herkunft zusammenkommen. Wo es um die Liebe zum Sport geht und persönliche Begegnung. Wie wichtig das ist, merken wir gerade jetzt.“

Diesen Ball nahm Gastredner Prof. Dr. Ansgar Thiel von der Universität Tübingen gerne auf: „Der Umgang mit Sport in der Corona-Pandemie unterliegt einem Infektionsschutz-Paradox. Man geht davon aus, dass Sportverbote einerseits möglicherweise zum Infektionsschutz beitragen, andererseits werden die zu schützenden Menschen sozial isoliert, psychisch enorm belastet und bauen auch physisch ab. Die Konsequenz heißt: Infektionsschutz, der ja wichtig ist, kann umgekehrt, wenn nicht auf körperliche Aktivität geachtet wird, zur Krankheitsgefährdung führen oder zum Abbau körperlicher und mentaler Fitness.“ Was der Direktor des Tübinger Sportinstituts vom „neuen Normal“ erwartet, stellte er ebenso dar: „Corona bietet auch Chancen. Es hilft, Vereine zu modernisieren, beispielsweise die Digitalisierung zu befördern. Hybride Angebote zu entwickeln, die dann wiederum an analoge Angebote direkt vor Ort angebunden werden können. Dadurch wird man auch unabhängiger von Sportstätten und hält dennoch Kontakt zu den Mitgliedern.“ 

Michaela Röhrbein, Generalsekretärin des Deutschen Turner-Bunds, gab danach Einblicke in die Erkenntnisse der DTB-Denkfabrik: „Wir leben momentan in einer seit dem zweiten Weltkrieg nie dagewesenen Zeit der Unsicherheit und des Umbruchs. Der DTB möchte in der Krise Impulse geben, damit seine Verbandsstruktur und somit auch unsere Basis mit 5 Millionen Mitgliedern weiterhin stark und aktiv bleibt. Ziel der DTB-Denkfabrik war es, im Dialog mit den Vereinen unmittelbar praxistaugliche Umsetzungsschritte für die operative Arbeit zu ermitteln. Eine Erkenntnis: Covid 19 wirkt wie ein Brennglas. Dies erfordert an einigen Stellen radikales Umdenken.“ Und Röhrbein führte weiter aus: „Sport bewegt die Menschen, ist Gesundheitsförderung und damit ein Teil der Lösung der aktuellen Corona-Krise. Deutschland braucht den Dreiklang aus Athletinnen und Athleten, qualifizierter Sportbetreuung und Sportraum für eine gesunde Gesellschaft. So ist es möglich Abwanderungstendenzen aufzuhalten, Bewegungsmuffel zu aktivieren und Bevölkerung mit qualitativ guten Bewegungsangeboten aktiv zu halten. Denn es gilt weiterhin: Sport ist im Verein am schönsten!“

Der Turntag bildete den Auftakt für eine folgende Workshop-Reihe auf der Suche nach dem „neuen Normal“. In folgenden digitalen Foren werden in den kommenden Wochen weitere Diskussionen diesbezüglich geführt werden. (Hier geht es zum STT Forum)

STB-Geschäftsführer Matthias Ranke war nach der erfolgreichen digitalen Turntags-Premiere zufrieden: „Ich bin froh, dass die technische Umsetzung problemlos verlief und es so gut von unseren Delegierten angenommen wurde. Wir haben uns heute erfolgreich auf den Weg ins ‚neue Normal‘ gemacht. Ich bin begeistert, mit welchem Feuereifer unsere Vereins- und Verbandsvertreter sich den aktuellen Herausforderungen stellen. Sie machen unsere Turn- und Sportvereine zu einer der Stützen der Gesellschaft. Umso gespannter bin ich, welche Ergebnisse nun aus den Foren beim Sportkongress in Stuttgart im Herbst präsentiert werden können.“

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